Die kleine Kräuterfibel

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Ein kleines Nachschlagewerk über die wichtigsten Kräuter unserer Heimat und deren Verwendung.    

"Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen!"

Bereits den alten Ägyptern, Persern, Griechen und Römern war dies bekannt. Sie kultivierten viele Kräuter und verwendeten sie sowohl in der Küche als auch zu Heilzwecken. Die Erkenntnis über die vielfältige Heilwirkung der Kräuter äußert sich auch in der bekannten Volksweisheit "Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen!"

Bei dem Begriff Heilkräuter handelt es sich um die umgangssprachliche Bezeichnung von Pflanzen oder Pflanzenteilen, die arzneilich angewendet werden. Sie werden entweder frisch oder getrocknet verwendet. Daneben kennt man auch Frischpflanzenzubereitungen, beispielsweise in Form von Säften. Am häufigsten werden Heilkräuter jedoch für Tees verwendet.

Heilkräuter, insbesondere Arzneipflanzen, wirken durch eine Vielzahl komplexer Verbindungen. Das wirkt sich positiv auf den Stoffwechsel der Patienten aus. Dabei reduzieren sich die Nebenwirkungen auf ein äußerst geringes Maß. Bei der Anwendung ist allerdings zu beachten, dass meistens erst eine langfristige und regelmäßige Einnahme der pflanzlichen Präparate zum Erfolg führt. Dies trifft vor allem bei chronischen Erkrankungen zu.

 

Kräuter, die sich zum Trocknen eignen

Einjährige Kräuter

Basilikum, (Ocimum basilikum)

Während der Blüte, ganze Zweige

Bohnenkraut, Satureja, einjähriges und mehrjähriges

Kurz vor und während der Blüte, ganze Zweige

Majoran, einjähriger Origanum majorana

Kurz bevor sich die runden Blütenknospen öffnen, ganze Zweige

Ringelblume, Caldendula officinalis

Äußere Blütenblätter während des ganzen Sommers

Mehrjährige Kräuter

Beifuß (Artemisia vulgaris)

Geschlossene Blütenknospen, ohne Blätter

Brennessel, (Urtica dioica, U. urens)

Frühling bis August das ganze Kraut mit oder ohne Blüten

Estragon, Echter Französischer, Artemisia dracunculus

Während des ganzen Sommers Blattriebe oder Zweige mit frisch geöffneten Blüten

Johanniskraut, Hypericum perforatum

Blühendes Kraut, Blüten, Knospen und Blätter

Lavendel, Lavandula angustifolia

Blüten wenn sie sich frisch öffnen

Liebstöckel, Levisticum officinale

Nicht zu derbe Blätter vom Frühling bis zum Sommer

Melisse, Melissa officinalis

Kurz vor der Blüte die oberen Teile

Origano, Origanum vulgare

Während der Blüte, ganze Zweige

Pfefferminze, Menta x piperita

Kurz vor der Blüte, ganze Zweige

Salbei, Salvia officinalis

Kurz vor der Blüte, obere Triebspitzen

Thymian, Thymus vulgaris

Kurz vor der Blüte, ganze Zweige

Aufbewahren für die Winterzeit

Die Kräuter sind fertig getrocknet, wenn sie so dürr sind, dass sie zwischen den Fingern rascheln und sich leicht brechen oder bröseln lassen. Sie dürfen weder dunkel noch fleckig sein! Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie ihre kostbare, duftende Ernte möglichst rasch verschließen. Lose Blätter zerkrümeln Sie vorher, von den trockenen Zweigen streifen Sie die Blätter mit den Fingern ab. Füllen Sie Gewürze und Tees in gut verschließbare Gläser oder nichtrostende Blechdosen. Bewahren Sie möglichst kühl und dunkel auf, dann halten sich Aroma und Heilstoffe länger. Aroma und Heilkräfte der Kräuter bleiben dann im Durchschnitt etwa ein Jahr lang erhalten.

Als 'offizinell' bezeichnet man diejenigen Pflanzen, Pflanzenteile, pflanzlichen Erzeugnisse und Stoffe, deren Beschaffenheit, Wirkung und Anwendung im Deutschen Arzneibuch festgelegt ist.

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